Syrien-Aktion unter falscher Flagge: Wie westliche Kräfte Präsident Assad siebzehn tote Kinder unterjubeln wollen

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/redaktion/syrien-aktion-unter-falscher-flagge-wie-westliche-kraefte-praesident-assad-heute-siebzehn-tote-kind.html

Es ist besorgniserregend: Ein Krieg in Syrien wird immer wahrscheinlicher. Dafür scheinen den westlichen Mächten alle Mittel recht zu sein. Die neuesten beunruhigenden Informationen stammen von unabhängigen Journalisten aus Russland und den USA. Diese berichten aktuell über eine bevorstehende Medienaktion unter falscher Flagge, nach der die westliche Presse heute umfangreich darüber berichten wird, dass die Streitkräfte des syrischen Präsidenten Assad angeblich mehr als ein Dutzend Kinder, es wird die Zahl siebzehn genannt, habe ermorden lassen. Das sei jedoch definitiv unwahr, so unser USA-Korrespondent Webster Tarpley, der sich auf russische Quellen vor Ort beruft.

Nach Tarpleys Bericht wurde diese Falschmeldung von dem arabischen Sender Al Jazeera in die Welt gesetzt, um die heutige Konferenz der »syrischen Freunde« in Tunesien zu steuern. Die toten Kinder, deren Fotos heute wahrscheinlich weltweit kursieren werden, seien jedoch schon vorher umgebracht worden, und zwar von den Todesschwadronen der NATO. Ziel dieser abscheulichen Unternehmung sei die Erzeugung einer Atmosphäre der Hysterie, um auf der heutigen Konferenz der »Freunde Syriens« in Tunesien, die unter der Schirmherrschaft der NATO tagen soll, und an der auch Bundesaußenminister Westerwelle und US-Außenministerin Clinton teilnehmen, die

Stimmung gegen die syrische Regierung weiter aufzustacheln. Hier soll zwar »der Druck auf das Unrechtsregime Assads erhöht werden«. Doch es stehe zu befürchten, dass die westliche Kriegslobby an Boden zunehmend verliert.

Die Informationen stammen laut den unabhängigen Journalisten aus zuverlässigen russischen Quellen in Damaskus. Demnach sei davon auszugehen, dass innerhalb weniger Stunden der Sender Al Jazeera heute eine großangelegte Provokation lancieren werde, so Tarpley. Diese Konferenz der so genannten Gutmenschen in Tunesien, die heute beginnt und in Wahrheit andere Ziele als Frieden in Syrien im Auge habe, drohe sonst als Fiasko auszugehen: Der Boykott durch Russland, China, Libanon und weitere Länder von weiteren Sanktionen beziehungsweise Eingriffen dürfte nämlich so gut wie sicher sein. Ebenso schwächt die zunehmende Zersplitterung der syrischen Opposition die NATO-Bemühungen eines baldigen Krieges.

Wie aktuell in der Mainstreampresse berichtet wird, haben die Vereinten Nationen und die Arabische Liga den ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan zum Sondergesandten für die Syrienkrise berufen. Dieser werde heute auf eine friedliche Lösung der Krise drängen – gemeinsam mit einem arabischen Stellvertreter, heißt es dazu.

Weiter heißt es in anderen Meldungen: »Unterdessen bereitet die Europäische Union neue Sanktionen gegen Syrien vor. Bei einem Außenministertreffen in der kommenden Woche in Brüssel sollen weitere syrische Regierungsmitglieder auf die Liste der bereits Sanktionierten gesetzt werden, sagte ein ranghoher EU-Vertreter. Die Sanktionen umfassen das Einfrieren von Vermögen sowie Einreiseverbote für Regierungsvertreter, Kommandeure der Sicherheitskräfte und andere als verantwortlich für Menschenrechtsverletzungen erachtete Personen. Weitere Beschränkungen könnten auch gegen die syrische Notenbank, den Import von Edelmetallen aus dem Land sowie gegen Frachtflüge verhängt werden, sagte der EU-Vertreter«.

Das Portal wsws.org berichtet zur heute bevorstehenden Konferenz in Tunesien unter der Überschrift: »USA und ägyptische Junta wollen syrische Opposition bewaffnen« folgendes:

»Es ist jetzt schon klar, dass das Treffen die Grundlage für Regimewechsel und eine militärische Intervention in Syrien legen wird. Der Gastgeber der Konferenz, der tunesische Außenminister Rafik Abdessalem von der islamistischen Ennahda-Partei, sagte am Montag: ›Es muss einen radikalen politischen Wandel in Syrien geben.‹ Er fügte hinzu: ›Ich glaube, dass wir am 24. dieses Monats eine starke Botschaft an die syrische Regierung senden werden.‹«

Der Iran und Russland, die beiden am engsten mit Syrien verbündeten Länder, sowie China sind von der Konferenz der »Freunde Syriens« heute in Tunis übrigens ausgeschlossen, so das Portal. China und Russland legten kürzlich ihr Veto gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrats gegen Syrien ein, die einen pseudolegalen Vorwand für eine militärische Intervention in Syrien nach dem Muster Libyens liefern sollte.

Wer heute also die Berichte in der Mainstreampresse über die angeblich von Assad getöteten Kinder liest, der sollte Vorsicht walten lassen bei etwaigen aufkommenden Emotionen. Wie schon im Libyenkrieg, wie auch im Irakkrieg, der durch angebliche Massenvernichtungswaffen ausgelöst wurde, die es dort jedoch nie gegeben hat, so wird derzeit auch in Syrien und im Iran vorsätzlich und willentlich Krieg angezettelt.

Wichtig ist es vor allem immer wieder, die Nachrichtenquellen für die angeblich grausamen Kriegshandlungen Assads zu überprüfen. Neben dem von den westlichen Kräften und der NATO instrumentalisierten Sender Al Jazeera gibt es für nahezu alle angeblichen Gräueltaten des Assad-Regimes seit vielen Monaten, nach denen bislang über 7.000 Menschen von den Streitkräften der syrischen Regierung getötet worden sein sollen, nur eine einzige dubiose »Nachrichten«-Quelle: ein einziges kleines Büro in London, die »Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte« (»Syrian Observatory for Human Rights«).

Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Nahezu alle internationalen westlichen Mainstreammedien, an erster Stelle jedoch der arabische Sender Al Jazeera, berufen sich nach wie vor auf diese Quelle als einzigem Informanten, ebenso wird diese in der internationalen Berichterstattung lapidar als Gruppe von »Menschenrechtsaktivisten« bezeichnet. Doch ist diese Quelle mehr als umstritten.

Dass die Berichte, die aus dem Londoner Büro kommen, fragwürdig sind, fanden unabhängige internationale Journalisten bereits vor mehreren Monaten heraus, darunter der USA-Journalist und Historiker Webster Tarpley oder der französische Journalist Thierry Meyssan, ebenso wie das kanadische Portal Global Research.

Die Recherchen ergaben folgendes: Die Organisation »Syrian Observatory for Human Rights« ist ein dubioses Londoner Auskunftsbüro, das lediglich von einem Mann mit Namen Rami Abdul-Rahman vertreten zu sein scheint, der sich selbst kurzerhand als »Präsident« bezeichnet. Dieser Präsident scheint allerdings sehr viel Macht über die internationalen Medien zu besitzen. Weitere Informationen dazu hier.

Es ist unfassbar und gleichzeitig bezeichnend für unsere heutige Desinformations-Presse, dass so gut wie keiner unserer so genannten »Qualitätsjournalisten« den Ehrgeiz zu haben scheint, diese ominösen Zusammenhänge einmal aufzudecken. Wir werden heute ein weiteres Mal Zeuge werden, wie die Welt durch Falschmeldungen unserer Mainstreampresse gelenkt und in die gewünschte Richtung manipuliert wird.

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Eine Antwort zu “Syrien-Aktion unter falscher Flagge: Wie westliche Kräfte Präsident Assad siebzehn tote Kinder unterjubeln wollen

  1. http://de.rian.ru/opinion/20120224/262765697.html
    Falsches Bild von der Syrien-Krise

    MOSKAU, 24. Februar (Alexej Pilko für RIA Novosti)
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    Im Nahen Osten vollzieht sich ein großer Wandel, bei dem sich die Interessen mehrerer Länder verflechten, darunter auch Russlands, der USA, Chinas und der EU. Die Region verwandelt sich schrittweise in einen brodelnden Kessel. In den internationalen Medien tauchen immer wieder Informationen auf, die aus weniger zuverlässigen Quellen kommen. Daher ist es interessant, Informationen über die Situation in Syrien von Offiziellen in Damaskus zu bekommen, mit denen ich mich getroffen habe.

    In den meisten Medien wird betont, dass sich die syrische Führung faktisch in internationaler Isolation befindet (ausgenommen der Unterstützung seitens Russlands, das sich an eigenen eigennützigen Motiven orientiert). Doch den syrischen Offiziellen zufolge ist die Situation nicht so dramatisch wie dargestellt. Ihnen zufolge hat der jüngste Besuch des chinesischen Vizeaußenministers Zhai Jun in Damaskus die Bereitschaft sowohl Pekings als auch Moskaus gezeigt, das Assad-Regime weiterhin zu unterstützen. Zudem sollen die Aktivitäten des Irans beachtet werden, der vom Westen unter Druck gesetzt wird. Der Iran sieht Syrien als Vorposten in der arabischen Welt. Teheran schickte bereits zweimal Signale, indem es Schiffe ins Mittelmeer schickte.

    Ägypten, das offiziell für Syrien kein großes Mitgefühl zeigt (Abzug des Botschafters aus Damaskus) erlaubte iranischen Kriegsschiffen, den Suezkanal zu passieren. Es ist also viel zu früh zu behaupten, dass Syrien von Kairo verurteilt wurde. Zwischen offiziellen Statements und tatsächlichen Schritten gibt es offenbar einen Unterschied.

    Zudem gaben die syrischen Offiziellen hinter vorgehaltener Hand zu verstehen, dass spezielle Beziehungen zum Irak gepflegt werden, der daran interessiert ist, Syrien zu stabilisieren. Es ist möglich, dass nach dem Abzug der US-Truppen aus dem Irak eine so genannte Dreier-Union (Iran, Irak und Syrien) entsteht. Angesichts der Tatsache, dass die meisten Iraker schiitisch sind und Teherans Einfluss in diesem Land zugenommen hat, erscheint diese Idee gar nicht so abwegig.

    Wie Syriens Vizepräsidentin Nadschah al-Attar und Vizeaußenminister Faisal Mekdad nach unserem Treffen sagten, üben vor allem die Türkei, Katar, Israel und die USA den größten Druck auf Syrien aus. In Damaskus werden vor allem die USA als Strippenzieher hinter der Syrien-Krise gesehen. Dabei wird betont, dass Washington und Tel Aviv nicht Syrien, sondern vor allem den Iran ins Visier genommen haben. Syrien soll destabilisiert werden, damit der Iran bei einer Militäroperation seitens Israels oder der USA kein Gegenspiel im Nahen Osten aufziehen kann. Die politische Elite in Damaskus spricht von einer internationalen Verschwörung.

    Welche Rolle Israel bei den Ereignissen in Syrien wegen der Besetzung der Golanhöhen spielt, ist ein heikles Thema. Syrischen Top-Beamten zufolge gibt es Beweise über Verbindungen zwischen den syrischen Muslimbrüdern und der israelischen Regierung.

    Den syrischen Behörden zufolge ist die Opposition im eigenen Land gespalten. Nicht alle Assad-Gegner greifen zu den Waffen, um dadurch ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ganz im Gegenteil: Die meisten Oppositionellen seien gegen Intervention und Sanktionen. Deswegen plant die syrische Regierung Reformen. Dabei handelt es sich unter anderem um ein Verfassungsreferendum, die Zulassung eines Mehrparteiensystems und die Einschränkung der Präsidentenamtszeit.

    Die eifrigsten Opponenten von Baschar Assad (vor allem diejenigen, die sich außerhalb Syriens befinden), unterstützt von westlichen Ländern mit den USA an der Spitze, sind der Ansicht, dass die Zeit für eine friedliche Lösung verstrichen ist. Ihnen zufolge gibt es nur noch den bewaffneten Kampf als einzigen Ausweg. Doch die syrische Regierung, unterstützt von anderen Ländern und einigen politischen Opponenten von Assad, schließen einen Dialog nicht aus. Damaskus und die ausländischen Geldgeber der syrischen Oppositionellen wollen das Blutvergießen stoppen. Die Frage besteht darin, wie das gemacht werden soll. Laut der Regierung wird es Voraussetzungen für die Stabilisierung geben, wenn die neue Verfassung in Kraft tritt und die Parlamentswahlen im Mai erfolgreich verlaufen.

    Die syrischen Behörden setzen vor allem auf Verfassungsreform. Laut dem syrischen Informationsminister Adnan Mahmud wird sie ein Vorbild für die gesamte Region sein. Laut einigen Punkten der Verfassungsreform, die in den Medien veröffentlicht wurden, ist es tatsächlich so, solange in der Region die theokratisch-autoritären Staaten wie Saudi-Arabien bleiben, für die die syrischen Reformen etwas unglaubliches ist.

    Doch es darf nicht vergessen werden, dass es unter den syrischen Oppositionellen einen militanten radikalen Flügel gibt (das wird auch von den USA zugegeben). Er wird anscheinend bis zum letzten Blutstropfen kämpfen und mit Terrormethoden gegen das Assad-Regime und seinen treuen Anhängern vorgehen. Zudem werden der syrischen Vizepräsidentin zufolge illegal Waffen aus der Türkei und dem Libanon geliefert. Vor allem die Rolle der Türkei überraschte die syrische Führung

    Die Handlungen der oppositionellen Extremisten kamen unerwartet für Damaskus. Laut Faisal Mekdad haben selbst hochgestellte Beamten zuerst nicht verstanden, wie sie die Ereignisse einzustufen haben. Die syrischen Politiker glaubten anfangs nicht, dass die Proteste der Oppositionellen noch lange anhalten werden. Nicht deswegen seien zu Beginn keine Gegenmaßnahmen unternommen werden.

    Die Situation in Syrien ist weiterhin sehr brisant. Die weitere Entwicklung hängt von einigen Faktoren ab: Ob die Versuche der Staatsführung erfolgreich enden, einen bürgerlichen Dialog zu beginnen, politische Reformen durchzuführen und dem bewaffneten Flügel der Opposition seine Unterstützung zu entziehen. Dabei muss Damaskus geholfen werden. Doch der Frieden in Syrien hängt auch davon ab, wann die internationale Gemeinschaft die einfache Tatsache begreift: Die Ereignisse in diesem Land entsprechen nicht unbedingt dem von den Medien gezeichneten Bild.

    Zum Verfasser: Alexej Pilko ist Dozent an der Fakultät für Weltpolitik der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität.

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