mayo mit senf feat. Ketchup

Konstantin Wecker sagt: Es sind nicht immer die Lauten stark, nur weil sie lautstark sind.

Zehn Mitarbeiter haben über Monate hinweg an dem Projekt gearbeitet. Doch jetzt, da es mit Erfolg abgeschlossen ist, geht einer von ihnen beim Chef damit hausieren. Er stellt den Erfolg als seinen Herkulesakt und die Arbeit seiner Kollegen nur als Beiwerk dar. Die Trommler, die Maulhelden, die Lauten: Sie eilen den stillen Leistungsträgern oft voraus. Diese Leute verwenden den großen Teil ihrer Arbeitszeit nicht zum Arbeiten, sondern zum Selbstmarketing. Zieht man das Klappern ab, bleibt von ihrem Handwerk wenig übrig. Sogar das Hochfahren ihres Computers könnten sie als Spitzenleistung darstellen.

Ständig lassen sie neue Jubelgesänge auf sich erklingen, natürlich in Hörweite der Chefs: wie sie Probleme gelöst haben (die in Wirklichkeit gar keine waren), wie sie Ideen entwickelt (die in Wirklichkeit zuerst ein Kollege hatte) und Beziehungen gepflegt haben (die vorher schon intakt waren).

Wer seine Arbeit ohne Lärm verrichtet, wird von solchen Maulhelden schnell in den Hintergrund gedrängt. Was tun, damit diese Lautstärke nicht mit Stärke verwechselt wird (wie Konstantin Wecker es formuliert)?

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher und gibt jede Woche Karrieretipps in der Kolumne „Das Zitat und Ihr Gewinn“. Gerade ist sein neuestes Buch „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ erschienen

Erstens: Sorgen Sie dafür, dass Ihre eigene Leistung auch mit Ihrem Namen verbunden wird, etwa indem Sie Strategiepapiere schreiben, Ihren Chef bei wichtigen Mails auf den Verteiler setzen oder ihm in Einzelgesprächen oder bei Meetings davon berichten. Bei einem Leistungsbrief, auf dem Sie fett als Absender stehen, ist die Gefahr des Ideenklaus gebannt.

Zweitens: Üben Sie mit Ihren Kollegen Gruppendruck aus, wenn sich jemand auf Kosten des Teams profiliert. Sorgen Sie dafür, dass ein Profilneurotiker vielstimmig und vorzugsweise öffentlich korrigiert wird, wenn er eine Gemeinschaftsleistung als seine eigene verkaufen will. Falls er sein Verhalten nicht ändert, muss die Gruppe entscheiden, ob sie ihn weiter mit wichtigen Informationen und Erkenntnissen versorgt.

Und drittens: Geben Sie dem Lautsprecher unter vier Augen eine Rückmeldung, zum Beispiel: »Wie kommst du dazu, eine Gruppenleistung nur mit deinem Namen zu versehen?« Solche direkten Feedbacks können Grenzen setzen und Spielregeln definieren. Vor allem aber sorgen sie dafür, dass die Lauten ausnahmsweise mal kleinlaut sind…

http://www.zeit.de/2012/09/C-Coach

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