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http://www.20min.ch/news/ausland/story/Israel-errichtet-im-Sinai-ein-Stahlmonster-23031884

Israel errichtet im Sinai ein Stahlmonster
Seit Beginn des Arabischen Frühlings investiert Israel hunderte Millionen in den Bau neuer Sperranlagen. Schon bald wird das Land komlett von meterhohen Stahlzäunen umgeben sein.

Die Sperranlage am 22. November 2011, 20 Kilometer nördlich von Eilat am Roten Meer. Ein ägyptischer Wachturm sowie der alte Zaun jenseits der neuen Sperranlage am 15. Februar 2012. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bei einem Augenschein vor Ort am 15. März 2011. Am 18. August 2011 starben acht Israelis bei einem Terroranschlag auf der Autobahn entlang der israelisch-ägyptischen Grenze.

Vor nicht allzu langer Zeit gehörte die Südgrenze zu Ägypten zu den ruhigeren Gebieten Israels. Davon zeugte ein alter rostiger Zaun, der den Grenzverlauf zwischen den beiden Ländern markierte, aber für Eindringlinge kein ernsthaftes Hindernis darstellte. Um dem wachsenden Strom illegaler Einwanderer aus Schwarzafrika die Einreise zu erschweren, kündigte die israelische Regierung 2010 den Bau einer Sperranlage an. Die Bauzeit wurde damals mit mehreren Jahren angegeben. Doch dann fegte der Arabische Frühling über Ägypten und die Sicherheitslage im Sinai kollabierte. Nach dem verheerenden Terroranschlag im August 2011, bei dem direkt an der Grenze sieben Israelis getötet wurden, musste die Regierung von Benjamin Netanjahu handeln.

Seither zieht Israel in rekorverdächtigem Tempo eine hochmoderne Sperranlage an der 240 Kilometer langen Grenze zu Ägypten hoch. Von Kerem Schalom im Norden (wo der israelische Soldat Gilad Schalit nach über fünf Jahren Geiselhaft wieder israelisches Territorium betrat) bis zum Ferienparadies Eilat am Roten Meer. Der Zaun ist fünf Meter hoch und soll im vergangenen Jahr 15 Prozent des gesamten Stahlkonsums des Landes verschlungen haben. Ende dieses Jahres soll er fertig sein, mit Ausnahme eines 13 Kilometer langen Teilstücks bei Eilat, wo das gebirgige Terrain die Arbeiten erschwert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 380 Millionen Dollar.

Alles oder nichts

«Es ist tatsächlich ein Monster», sagte Bezalel Treiber vom Verteidigungsministerium Ende 2011 gegenüber «Haaretz Online» anlässlich eines Augenscheins vor Ort. Von der ägyptischen Seite sehe er «ziemlich beängstigend» aus. Ganz im Gegenteil zum alten Stacheldrahtzaun, von dem immer noch weite Teile stehen: «Ein Kind könnte ihn in einer halben Minute überwinden», spottete er. Aus diesem Grund müsse die Grenze auch auf ihrer gesamten Länge gesichert werden, nicht nur auf einem 83 Kilometer langen Abschnitt wie ursprünglich geplant. «Entweder machst du alles dicht, oder gar nichts», sagte Treiber.

Das Hauptproblem aus israelischer Sicht: Die Südgrenze ist zu lang, als dass man sie mit militärischen Mitteln sichern könnte. «Die Armee kann hier nicht innerhalb weniger Minuten nach dem Alarmzeichen vor Ort sein», sagte Treiber. Die Einöde der Negev-Wüste ist allerdings auch ein Vorteil: Im Gegensatz zum Norden liegen hier keine Bevölkerungszentren in unmittelbarer Nähe. Vom Libanon aus trifft ein Eindringling hingegen innert Minuten auf die ersten israelischen Siedlungen.

Ein weiterer Vorteil der spärlichen Besiedlung: Privates Land gibt es hier keines, Einsprachen vor dem Obersten Gericht oder Kritik vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag auch nicht. Selbst Ägypten hat offenbar kein Problem mit dem neuen Zaun, solange er komplett auf israelischem Territorium steht. Das hohe Tempo der Bauarbeiten wäre ohne die klare rechtliche Lage kaum möglich.

Kein Land ist derart abgesperrt

Laut einem Bericht der «Jerusalem Post» plant die Regierung unter Benjamin Netanjahu, nach Fertigstellung des Mega-Projekts eine vergleichbare Anlage an der Grenze zu Jordanien zu errichten. Nach den Zwischenfällen am Nakba-Tag im Mai und Juni 2011 auf den Golanhöhen wurde auch die Grenze zu Syrien verstärkt. Das Westjordanland ist bereits weitgehend durch eine Sperranlage von Israel abgetrennt. «Kein anderes Land der Welt ist derart eingezäunt», schreibt «Daily News Egypt».

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