Danke Ihr Zentralbanker! Wo ist meine Kaufkraft?

quellle: http://www.rottmeyer.de/

ich in den Spiegel schaue, ist meine Tränendrüse auf ein Vielfaches angewachsen, seit ich die Preise verfolge. Offiziell ist die Inflation neulich in den Zahnrädern der Gelddruckmaschinen umgekommen. Doch der Spalt zwischen Schein und Sein ist inzwischen so groß geworden, dass man darin ganze Welten verschwinden lassen könnte. Nur aus Dummheit habe ich damals, ich war noch jung, und brauchte das Geld nicht, etwas Gold gekauft. Die Verbraucherzentralen haben mich eindringlich gewarnt. Doch meine Sturheit siegte.

Die Unze Gold hat sich im Preis verdreifacht. Dem Benzinpreis erging es ähnlich. Das gelbe Zeug konnte das abfangen. Hätte ich den DAX gekauft, bekäme ich heute vielleicht die gleiche Menge an schönen Verpackungen – nur ist dort nur noch ein Drittel drin. Mist! Meine Bank hat mir neulich ein umwerfendes Angebot gemacht: Festgeld für ein Jahr und 1,0 Prozent Zinsen. Das war der Schock des Jahres. Ich wusste vor Tränen nicht mehr wohin, während mein Untermieter die Feuerwehr rief. Und dann habe ich noch etwas Gold gekauft – für die Tankfüllung in einem Jahr. Aber nur, um ihn zu ärgern.

©Frank Meyer, Kolumneaus den Lübecker Nachrichten

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