Bill Gross: “Geldsystem wie wir es kennen vor dem Ende”

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Bill Gross, Co-Chef des weltgrößten Anleihefonds Pimco, ist der Ansicht, dass unser Geldsystem kaputt ist. Der in den letzten dreißig Jahren zu beobachtende Kreditboom habe die Schwelle zu einer Trendwende bereits überschritten – eine Entwicklung, die in den nächsten Jahren mit schmerzhaften Anpassungsprozessen Hand in Hand gehen werde. Der Wall Street erteilte Bill Gross den guten Rat, sich warm anzuziehen, um den unvermeidlichen Sturm, der über die Finanz- und Kapitalmärkte hereinbrechen wird, zu überstehen.

Der bevorstehende Anpassungsprozess an den Märkten werde mit Sicherheit recht schmerzhaft verlaufen, so Gross

Die ganze Welt befinde sich in einem enormen Umbruch, ausgelöst durch das Ende eines nunmehr seit über dreißig Jahren anhaltenden Kreditbooms. Aus diesem Grunde habe das globale Papiergeldsystem ein Stadiu erreicht, in dem es nicht weiter effizient und der Weltwirtschaft dienend operieren könne. Vielmehr zeichne sich die Situation aus heutiger Sicht betrachtet dadurch aus, dass das globale Finanzsystem in den letzten Jahrzehnten auf Basis einer generösen Kreditversorgung sowie leicht erhältlichem und billigem Kapital expandierte.

Die dadurch hervorgerufenen Fehlallokationen müssten in den kommenden Jahren abgebaut werden, wie Gross in einer Kolumne auf der Webseite von Investmentnews schrieb. Nicht nur die Bilanzen der Banken seien durch eine sich mehr und mehr ausweitende Spekulation vollkommen aus dem Ruder gelaufen, sondern auch die Haushalte und Verschuldung der internationalen Staatengemeinschaft. Zu erzielende Renditen, an die sich Investoren in den vergangenen dreißig Jahren gewöhnt hätten – und die hauptsächlich auf einer exzessiven Kreditexpansion basierten – seien in der Zukunft nicht mehr zu generieren.

Da seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise ein weltweiter Schuldenabbau – Stichwort: Deleveraging – eingesetzt habe, der noch über einige Jahre anhalten werde, sei es nicht verwunderlich, dass das gesamte Kreditsystem nun ins Wanken gerate. Der Wall Street erteilte Bill Gross den guten Rat, sich warm anzuziehen, um den unvermeidlichen Sturm, der über die Finanz- und Kapitalmärkte hereinbrechen werde, zu überstehen. Vor allem Bondinvestoren sollten aus diesem Grunde vorsichtig agieren und nur noch Papiere kaufen, die über eine lupenreine weiße Weste verfügten.

Dazu gehörten laut des Anleihegurus unter anderem auch amerikanische Schatzbriefe sowie Regierungsbonds von Schwellenländern wie Brasilien oder Mexiko. Gross gab sich davon überzeugt, dass der Schuldenabbau unter den europäischen Banken die gesamte Region schwer in Mitleidenschaft ziehen wird. Auch Osteuropa werde in diesen Sog hinein geraten.

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